Almería · 230 km

Cabo de Gata mit dem Auto: wilde Strände am Ende der Straße

Vulkanische Kaps, leere Buchten und weiß getünchte Fischerdörfer im trockensten Winkel Spaniens. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es im Park praktisch nicht — Cabo de Gata ist das Roadtrip-Ziel schlechthin.

  • Playa de los Genoveses und Mónsul — Dünenstrände ohne ein einziges Gebäude
  • Playa de los Muertos, regelmäßig unter Spaniens besten Stränden
  • Arrecife de las Sirenas: Vulkannadeln unterhalb des Leuchtturms
  • Die verlassenen Goldminen von Rodalquilar und der Mirador de la Amatista
  • Fischerdörfer: San José, La Isleta del Moro, Las Negras, Agua Amarga
  • Flamingos in den Salinen direkt an der Straße

Anfahrt nach Cabo de Gata mit dem Auto

Von der Costa del Sol aus ist das ein echter Roadtrip: rund 230 km und zweieinhalb Stunden ab Málaga über die A-7, ab Marbella eher dreieinhalb. Die Autobahn führt ostwärts an Motril und dem Plastikmeer der Gewächshäuser von Almería vorbei; bei den Ausfahrten Richtung Retamar und Cabo de Gata geht es auf die AL-3115, die Landstraße, die an den Salinen entlang zum Leuchtturm führt. Für San José, Rodalquilar und Las Negras bleibst du etwas länger auf der A-7 und fährst bei Níjar ab. Zwei praktische Hinweise: Tank vor dem Verlassen der Autobahn füllen — im Park gibt es kaum Tankstellen — und Offline-Karten laden, denn in den Tälern bricht der Empfang gern ab. Wer früh am Morgen losfährt, hat die erste Bucht noch ganz für sich. Als sehr langer Tagesausflug machbar, aber der Park belohnt mindestens eine Übernachtung.

Wo man parkt

Die Dörfer sind der einfache Teil: San José, Las Negras, La Isleta del Moro und Rodalquilar haben kostenlose Schotterplätze am Ortsrand, und außerhalb des Sommers sucht man selten lange. Bei den berühmten Stränden ist es strenger. Im Juli und August wird die Piste nach Genoveses und Mónsul für Autos gesperrt, sobald die kleinen Parkplätze voll sind — oft schon am Vormittag —, dann fährt stattdessen ein Shuttlebus ab San José. Die Playa de los Muertos bei Carboneras, ganz im Norden des Parks, hat Parkflächen an der Klippenstraße und danach einen steilen Abstieg von 15–20 Minuten: feste Schuhe und Wasser mitnehmen, unten gibt es keinerlei Infrastruktur. Grundsätzlich nur auf markierten Flächen parken — im Naturpark werden am Straßenrand abgestellte Autos tatsächlich verwarnt.

Strände, die kein Reisebus je erreicht

Genau dafür hast du das Auto. Die Playa de los Genoveses ist ein weiter Dünenbogen ohne ein einziges Gebäude in Sicht; Mónsul, ein Stück weiter auf derselben planierten Piste ab San José, ist der Strand mit dem riesigen schwarzen Lavafelsen, den Filmteams immer wieder anfahren. Ein Kompakter schafft die Piste bei langsamer Fahrt problemlos. Hinter dem Dorf Cabo de Gata klettert die Straße zum Leuchtturm und zum Arrecife de las Sirenas — Vulkannadeln, die aus türkisfarbenem Wasser ragen, am schönsten im späten Nachmittagslicht. Im Norden lohnt die Cala de Enmedio eine halbstündige Küstenwanderung ab Agua Amarga, und die Playa de los Muertos verteidigt mit glasklarem Wasser über hellen Kieseln Jahr für Jahr ihren Platz auf Spaniens Bestenlisten.

Jenseits der Strände: Minen, Salinen und Aussichtspunkte

Das Landesinnere ist die halbe Show. Oberhalb von Rodalquilar liegen die rostroten Ruinen einer aufgegebenen Goldmine in einer Vulkancaldera — man fährt fast bis an die alten Erztrichter heran und spaziert dazwischen herum. Die Salinen hinter der Playa de Cabo de Gata produzieren noch heute Salz, und die Lagunen ziehen einen Großteil des Jahres Flamingos an; Beobachtungsstände stehen direkt an der Straße. Zwischen La Isleta del Moro und Rodalquilar unbedingt am Mirador de la Amatista halten, dem besten Küstenblick der ganzen Runde. Und knapp außerhalb des Parks lohnt Níjar einen Stopp für Töpferwerkstätten und handgewebte Jarapa-Teppiche — ein guter Plan für einen zu windigen Tag.

Die beste Reisezeit

Frühjahr und Herbst sind perfekt: Das Meer bleibt bis weit in den Oktober badewarm, die Strände leeren sich und das Licht wird golden. Der Sommer funktioniert, wenn man Trubel an den bekannten Stränden, echte Hitze und die Fahrbeschränkungen auf der Genoveses–Mónsul-Piste in Kauf nimmt. Der Winter ist der Geheimtipp der Einheimischen: Dies ist der trockenste Winkel Europas, die Chancen auf milde, sonnige Tage und menschenleere Buchten stehen bestens. Zu jeder Jahreszeit gilt: an Strandtagen früh starten — die kleinen Parkplätze belohnen die Ersten, und der Levante-Wind frischt nachmittags gern auf. Fotografen planen den Sonnenuntergang am Mónsul und den frühen Morgen an den Salinen ein.

Wo man isst

Hier isst man einfach und mit Meerblick. Alle Fischerdörfer haben unprätentiöse Restaurants, in denen der Fang des Tages das Sagen hat — La Isleta del Moro und Las Negras sind sichere Adressen für ein langes Mittagessen mit gegrilltem Fisch, Agua Amarga hat die etwas feinere Auswahl. San José, der Hauptort des Parks, bietet die größte Vielfalt plus Supermärkte für Picknickvorräte — und die zählen hier: Die schönsten Strände haben keine Bars, keine Liegen, keinen Schatten. Eine Kühlbox im Kofferraum ist das klügste Gepäckstück. Im Hinterland servieren die Dorfrestaurants von Níjar deftige almeriensische Küche zu Landpreisen.

Gut kombinierbar mit

Die Entfernung von der Costa del Sol spricht für eine Rundtour. Bleib ein, zwei Nächte im Park und fahr über die A-92 zurück ins Landesinnere, vorbei an den Badlands der Tabernas-Wüste — Europas einziger echter Wüste, samt alter Westernkulissen — und weiter Richtung Granada mit der Alhambra als zweitem Höhepunkt, oder in derselben Richtung hinauf in die Sierra Nevada. Wer lieber an der Küste bleibt, legt auf dem Rückweg einen Stopp in Nerja ein. So oder so: Cabo de Gata passt am besten zu einem großen Zwischenziel statt vieler kleiner.

Mietwagen für Cabo de Gata

Am besten mit dem Auto zu erkunden. Kompakt Automatik ab €28/Tag — oder eine andere Klasse wählen.

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Parken

Kostenlose Schotterplätze am Ortsrand von San José, Las Negras und Rodalquilar. Im Hochsommer wird die Piste nach Genoveses–Mónsul bei vollen Parkplätzen gesperrt, dann fährt ein Shuttle ab San José; an der Playa de los Muertos parkt man oben an der Klippe.

Nächster Abholort

Málaga Airport — 230 km

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