Sierra Nevada mit dem Auto: Pisten, Gipfel und Spaniens höchste Straße
Die höchsten Berge des spanischen Festlands, keine Stunde oberhalb von Granada: im Winter Europas südlichstes großes Skigebiet, im Sommer Höhenwandern — und in beide Richtungen eine spektakuläre Bergstraße.
- Europas südlichstes großes Skigebiet, meist von etwa Dezember bis April geöffnet
- Die A-395 — eine der höchsten asphaltierten Straßen Europas
- Sommerwanderungen Richtung Veleta und Mulhacén, dem höchsten Gipfel des Festlands
- Morgens Ski fahren, nachmittags die Alhambra besuchen
- Die weißen Dörfer der Alpujarras an der Südflanke
Anfahrt in die Sierra Nevada mit dem Auto
Das Tor zur Sierra Nevada ist Granada. Von Málaga nimmst du die A-45 nach Norden und dann die A-92 ostwärts Richtung Granada — etwa zwei Stunden —, wechselst auf den Stadtring A-44 und fährst auf die A-395 ab, die in rund 45 Minuten zum Skiort Pradollano hinaufführt. Von der Costa del Sol und Marbella rechne mit etwa drei Stunden von Tür zu Tür. Die A-395 selbst ist der Star: eine breite, hervorragend trassierte Bergstraße, die dich in einer halben Stunde geschwungener Kurven von der Stadt auf über 2.000 Meter hebt — die Gipfel voraus, die Ebene von Granada im Rückspiegel.
Winterfahrten: Ketten, Wetterbericht und gesunder Menschenverstand
Im Winter wird die A-395 offen gehalten und geräumt, doch oberhalb von 1.500 Metern ändern sich die Bedingungen schnell. Wenn Anzeigetafeln und Kontrollposten Ketten verlangen, ist das keine Empfehlung: Führe Schneeketten mit oder fahre mit Winterreifen — und beachte, dass viele Mietwagen serienmäßig keine Ketten an Bord haben; frag bei der Buchung danach. Prüfe vor der Abfahrt Wetter und Straßenlage, tanke in Granada voll und plane Puffer ein: An Schneewochenenden kriecht der Verkehr bergauf. Ein SUV oder ein Automatik macht den Anstieg spürbar entspannter.
Parken in Pradollano
Pradollano, das Resortdorf auf etwa 2.100 Metern, ist der Parkplatz für fast alle. Am Ortseingang gibt es kostenpflichtige Freiflächen und Garagen, von denen du zu Fuß oder per Shuttle in wenigen Minuten an den Liften bist. Der Haken ist die Kapazität: An Winterwochenenden und Feiertagen können sie bis zum Vormittag voll sein, danach wirst du auf Ausweichflächen weiter unten geleitet — an Spitzentagen also am besten vor 9:00 Uhr ankommen. Im Sommer sind dieselben Parkplätze ruhig, und du kannst weiter hinauf zu den Haltebuchten rund um die Hoya de la Mora fahren, dem Ausgangspunkt der Wanderwege oberhalb von 2.500 Metern.
Winter: Skifahren am Südrand Europas
Die Sierra Nevada ist Europas südlichstes großes Skigebiet, und ihre Höhe — die Pisten reichen deutlich über 3.000 Meter — beschert ihr eine Saison, die üblicherweise von etwa Dezember bis April läuft. Über hundert Pistenkilometer decken jedes Niveau ab, und das Licht ist pures Andalusien: Skifahren unter tiefblauem Himmel, manchmal mit Blick aufs Mittelmeer von den obersten Stationen. Der klassische Kniff, den nur das Auto leicht macht, ist die Kombination aus Berg und Stadt — vormittags auf der Piste, dann die A-395 hinunter für einen Nachmittag in Granada und abends eine Tapas-Runde.
Sommer: Wandern über dreitausend Metern
Wenn der Schnee schmilzt, wird die Sierra Nevada zu einem der großen Hochgebirgs-Spielplätze Spaniens. Von der Hoya de la Mora oberhalb von Pradollano führen Wege Richtung Veleta und in den Nationalpark; der Mulhacén, mit 3.479 Metern der höchste Gipfel des Festlands, wird von der Südseite angegangen. Beachte, dass das oberste Stück der alten Gipfelstraße für Privatautos gesperrt ist, um den Park zu schützen — man parkt und geht zu Fuß weiter oder nutzt die Shuttle-Dienste des Parks. Der Morgen ist die beste Zeit: Nachmittags drohen Dunst und Sommergewitter. Auch ohne Wanderschuhe lohnt die Auffahrt allein für die Aussicht.
Kombiniere die Berge mit Granada und den Alpujarras
Mit dem Auto wird die Sierra Nevada zum Herzstück einer großartigen Runde. Granada und die Alhambra liegen direkt am Fuß des Gebirges — ein müheloses Doppel an einem Tag; die Alhambra-Tickets solltest du weit im Voraus buchen. An der Südflanke reihen sich die Dörfer der Alpujarras — Pampaneira, Bubión und Capileira, gestaffelt in der Poqueira-Schlucht — zu einer herrlich langsamen Fahrt durch weiße Weiler und Terrassentäler. Zur Küste zurück nimmst du die A-44 Richtung Motril und folgst der Küstenautobahn westwärts an Nerja vorbei nach Málaga und Marbella — vom Schnee ans Meer in gut zwei Stunden.
Praktische Tipps vor der Auffahrt
Der Berg verlangt ein wenig Respekt, selbst bei perfektem Wetter. Rechne mit einem deutlichen Temperatursturz: In Pradollano kann es 15 Grad kälter sein als an der Küste — pack also warme Schichten in den Kofferraum, auch für eine sommerliche Sonnenuntergangsfahrt. Die Sonne in der Höhe ist gnadenlos: Sonnenbrille und Sonnencreme zählen im Februar genauso wie im August — und die Sonnenbrille brauchst du schon am Steuer, denn Schnee und Südsonne blenden auf der Auffahrt kräftig. Tanke in Granada, bevor es bergauf geht, nimm Wasser mit, und wenn jemand im Auto zu Reiseübelkeit neigt, werden die endlosen Kurven der A-395 das herausfinden — Beifahrersitz und gleichmäßiges Tempo helfen. Bergab schaltest du in einen niedrigen Gang und lässt den Motor bremsen, statt eine halbe Stunde auf dem Bremspedal zu stehen. Im Winter solltest du einen halben Tag Luft im Plan lassen: Stürme sperren gelegentlich das oberste Stück der Straße, bis die Räumfahrzeuge fertig sind. Und vor einem Skitrip lohnt der Blick auf die Öffnungsdaten — Saisonbeginn und -ende verschieben sich mit dem Schnee von Jahr zu Jahr. Die Belohnung für diese Flexibilität ist real: Kaum ein Ort in Europa erlaubt es, Hochgebirge und Mittelmeer in denselben Tag zu packen.
Mietwagen für Sierra Nevada
Am besten mit dem Auto zu erkunden. Kompakt Automatik ab €28/Tag — oder eine andere Klasse wählen.
Parken
Pradollano hat kostenpflichtige Parkplätze und Garagen am Ortseingang — an Winterwochenenden sind sie am Vormittag voll, also früh starten. Im Sommer ist Parken einfach, mit Haltebuchten weiter oben Richtung Hoya de la Mora.
Nächster Abholort
Málaga Airport — 170 km
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